Nachts aufstehen

Quasi mitten in der Nacht sind wir nach einer unruhigen Nacht dann um 5 Uhr aufgestanden um in aller frühe das Shuttle zum Tongariro National Park zu nehmen. Mit entsprechender Laune. Nachdem wir im stockdunkeln um viertel vor sechs losgefahren sind konnten wir bei unserer Ankunft um halb acht den Sonnenaufgang über den Bergen bewundern. In Eiseskälte auf 1200 Höhenmetern am Startpunkt.

Was ist das Tongariro Crossing?

Das Crossing ist ein beliebter Daytrip über und durch aktive Vulkane. Die knappen 20 Kilometer haben es sowohl von der Aussicht als auch dem Härtegrad in sich, wie wir die nächsten 6 Stunden feststellen konnten. Der Wanderweg fängt relativ einfach an und gibt schon einen leichten Vorgeschmack darauf, was einen im Weiteren erwartet. Die Landschaft ist geprägt von Lawagestein in wirren Gebilden und robusten alpinen Pflanzen. Erste dampfende, schwefelgelbe Bäche sind hier auch schon zu sehen.

Easy part is over

Am ersten Zwischenpunkt wird dann durch verschiedene Schilder recht deutlich gemacht, dass das leichte Part ab hier vorbei ist. Auch wird noch einmal klar gestellt dass man sich in einem aktiven geothermalen Gebiet befindet. Recht ausführlich wurden auch die Verhaltensweisen für einen Ausbruch ausgeführt. Kurz zusammengefasst - rennen.

Kurz vorm Kollabieren

Wagemutig sind wir dann natürlich trotzdem weiter gelaufen und haben schnell verstanden was mit „easy part is over“ gemeint war. Binnen knapp einem Kilometer ging es 200 Meter hoch zum South Crater. Der Pfad hoch hat sich den Namen Devils Staircase gründlich verdient, oben angekommen sind wir beide kurz vorm Kollabieren gewesen (und waren bei weitem nicht die Einzigen). Ab da ging es für einen kurze Zeit durch einen flachen Teil. Gruselig wurde das Ganze als uns in der Mitte klar geworden sind dass wir hier durch einen der riesigen Vulkankrater gehen. Dampfende Schwefelgase und eine trostlose, wenn auch interessante, Landschaft erinnern daran was hier vor nicht all zu langer Zeit noch vor sich hin geköchelt hat.

Schwefelseen und taube Finger

Nach dem letzten Aufstieg auf 1886 Meter wird mit mit einer atemberaubenden Aussicht über den Weg bisher und den Central Crater belohnt. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter und konnten die Emerald Lakes von oben sehen, zwei kleinen Gletscherseen die durch die Vulkanaktivitäten tief grün und türkis gefärbt sind (und entsprechend auch hochgiftig). Ab da ging es dann bergab, den ersten Hang voll mit bröckelndem Lava-Kies herunter. War aber garnicht so schlimm, Nina ist nur zwei Mal hingefallen. Verletzungen gab es keine. An den Seen unten angekommen wurden dann erstmal die Schuhe entleert und die Gewässer näher (aber nicht zu nah) untersucht. Wie auch auf dem Schild vorher erwähnt wurde es hier von den Temperaturen her recht ungemütlich, um nicht zu sagen arschkalt. Am Blue Lake, einem weiteren ehemaligen Vulkankrater konnten wir dann zurück schauen und sogar die alten Lavaflüsse im Hauptkrater sehen, die sich hier vor Jahren den Weg ins Tal gebahnt hatten.

10 Kilometer bergab

Die nächsten zwei Stunden ging es quasi nur bergab. Wer das jetzt hört wird sagen runter ist ja immer einfacher. Stimmt auch, trotzdem hat man am Ende Puddingbeine und nur noch semi Lust weiter zu laufen. Stolz wie Bolle sind wir dann nach knappen 6 Stunden und 19,7 Kilometern über den Berg am Ziel angekommen wo wir dann auch fast direkt wieder vom Shuttle Dienst aufgesammelt wurden. Abends haben wir uns dann ohne großen Aufwand noch Nudeln mit Pesto (Backpacker-Style) und danach den campeigenen Hotpool gegönnt. Dass wir so gegen neun im Land der Träume waren muss wohl nicht extra erwähnt werden.