Avocados, Avocados und Avocados

Ausgeruht ging es dann am nächsten Morgen direkt weiter nach Coromandel. War ursprünglich ein Zwischenstop geplant, sind wir dann aber spontan einfach bis auf die Halbinsel durch gefahren. Unterwegs sind an gefühlt 100 Obstständen vorbei gekommen und haben uns auch prompt mit massig Avocados und anderen Obst und Gemüse eingedeckt. In der Bay of Plenty gibt es die meisten Plantagen, wodurch hier so ziemlich jeder Backpacker einen Job findet und auch das Gemüse vergleichsweise preiswert ist.

Heiße Quellen und tausend Menschen

Gegen Mittag sind wir dann in einem der bisher besten Top10 Campingplätze am Hot Water Beach eingetrudelt und haben uns dort mal ein wenig sortiert. Mit perfektem Timing und Schippe bewaffnet ging es auch direkt runter an den Strand, der nicht umsonst Hot Water Beach heißt. 1-2 Kilometer unter dem Strand befinden sich eine extrem heiße Gesteinsschicht und Grundwasser, dass durch die Hitze direkt am Strand austritt. Bei Ebbe kann man sich dann hier einen eigenen kleinen Hotpool buddeln. Je mehr dass Wasser zurück tritt, desto einfacher wird das Ganze (trotz einer riesigen Menschenmasse, die hier aber nicht weiter gestört hat weil jeder Rücksicht genommen hat). Nach ein paar Fehlversuchen und Tips von anderen Buddlern haben wir dann die perfekte Mischung aus kalten Meer und heißer Thermalquelle gefunden. Zu dem Zeitpunkt war der Boden an manchen Stellen so heiß das kleine Kohlendyoxidbläschen aus dem Boden getreten sind.

Tiefenentspannt ging es dann mit dem Sonnenuntergang zurück zum Campground, wo wir ausgiebigst die freien und sehr sauberen Duschen nutzen und recht früh ins Land der Träume gleiten konnten.

Da uns der Platz so gut gefallen hat haben wir auch direkt noch eine Nacht verlängert und haben am nächsten Tag einen kleinen Ausflug zur Cathedral Cove gemacht. Die Bucht erreicht man nach einem längeren Spaziergang von knapp einer Stunde und wird mit einem der schönsten Strände Neuseelands belohnt. Das Steingebilde das der Bucht den Namen gibt ist quasi eine riesiger Tunnel der durch Jahrtausende von Erosion entstanden ist. Abends gab es dann zur Belohnung noch Pizza und ein gutes Bier im lokalen Brauhaus.

Brettern

Mit ein wenig Wehmut haben wir dann am nächsten Tag den Campingplatz hinter uns gelassen um weiter zum Coromandel Township zu fahren, einem kleinen Städtchen an der Nord-west-küste der Halbinsel. Hatten wir gedacht dass wir die schlimmsten Straßen auf der Südinsel hinter uns gelassen haben, wurden wir hier schnell eines Besseren belehrt. Eine vermeintliche Abkürzung hat uns querfeldein durch die Halbinsel auf eine nasse, enge Schotterpiste geschickt die zT Kurven von 180 Grad hatte. Nass geschwitzt sind wir dann aber trotzdem nach 2 Stunden Horrorfahrt in Coromandel angekommen um dort noch den letzten Abend vor dem nächsten Stop in Auckland zu genießen.