Im sprituellen Zentrum

Nach ausgiebigem Frühstück in Canggu ging es dann mit eigenem Fahrer weiter ins Landesinnere zu unserem nächsten Stop, Ubud. Die Stadt wird zwar immer touristischer, gilt aber trotzdem nach wie vor als spirituelles Zentrum von Bali. Nach einer interessanten Fahrt durch den balinesischen Mittagsverkehr (gottseidank aber im Auto und nicht selbst am fahren) sind wir auch schon recht schnell an unserer neuen Unterkunft angekommen. Das Hotel wirkt wie ein alter Tempel und wird von einer netten balinesischen Familie geführt die rundum darauf bedacht sind dass man sich wohlfühlt. Da Ubud auch vernünftige Bürgersteige besitzt und der Verkehr nicht so brutal wie in Canggu ist, sind wir den ersten Abend dann einfach zu Fuß ins Zentrum gelaufen. Im Gegensatz zu Canggu war das Zentrum hier nur knappe 2 Minuten zu Fuß entfernt, wodurch sich das etwas teurere Hotel schon gelohnt hat. Nach einem guten Essen im Kaffee sind wir dann auch zeitig wieder heim um unsere Jumbo Kingsize Bett und die erstaunlich ruhige Lage trotz Zentrum zu genießen.

Klettern am frühen Morgen

Da wir tags darauf sowieso wieder um sieben wach waren sind wir einfach vor dem Frühstück den Reisfeldern Ubuds gefahren, die als UNESCO Weltkulturerbe eingetragen sind. Der Tip unserer Gastfamilie möglichst früh zu gehen hat sich ausgezahlt und wir konnten den Pulk an Touris vermeiden und die Reisterrassen noch ungestört erkunden. Das ganze ist zwar wirklich schön und beindruckend, trotzdem wird man hier daran erinnert weshalb man daheim seinen Reis vor dem Kochen waschen sollte. Rundum zufrieden sind wir dann quasi zurück gefahren als es anfing voll zu werden und konnten ein - wie sollte es auch anders sein - super Frühstück im lokalen Coworking Café genießen. Den Tag konnten wir sonst vergleichsweise langsam angehen und mit einer guten Massage am Abend abrunden.

Heiler und cholerische Affen

Nach einem Tag der eigentlich nur aus Essen und gammeln bestand sind wir dann tags darauf zum Spiritual Healer gefahren, um uns einmal die volle Ubud Breitseite zu geben. Man mag davon halten was man will, trotzdem war es schön die spirituelle Seite von Bali mitzunehmen und einfach nette Dinge gesagt zu bekommen.

Die Monkey Sanctuary ist ein semi-geschlossenere Park mit den hier ansässigen Javaneraffen, die gleichzeitig auch eine heilige Stätte für die Einheimischen darstellt. Nicht etwa wie auf der Kiwisuche in Neuseeland wird man hier schon nach den ersten Schritten von den Äffchen begrüßt die hier zu hunderten herumtollen. Zwar haben wir dank der vielen Tips von bekannten (und den sehr eindeutigen Schildern am Eingang) alles weg gepackt was die Tierchen klauen könnten, dabei aber nicht bedacht dass auch Trinkflaschen ein willkommenes Ziel darstellen. Prompt hatte Nina einen Affen auf dem Schoß und ich dank dummen Reflex die Flasche zurück zu nehmen an der Schulter. Dank T-Shirt ist nichts weiter passiert außer einem blauen Fleck, trotzdem sind wir mit mulmigem Gefühl recht schnell wieder aus dem Park heraus. Bei den Tausenden an Besuchern am Tag ist es nicht weiter verwunderlich dass die sonst sehr friedlichen Tiere etwas unwirsch werden.

Semisauberes, aber heiliges Wasser

Um am nächsten Tag nochmal Kultur mitzunehmen sind wir dann am nächsten Tag zum Tirta Empul gefahren, dem Wassertempel von Ubud. Wasser war an dem Tag auch ein passendes Thema, da es das erste Mal seit wir auf Bali sind wie aus Eimern geschüttet hat. "Glücklicherweise" aber nur die 30 Minuten die wir mit dem Roller bis zum Tempel gebraucht haben. Der Tempel an sich ist bekannt für seine heilige Quelle und einem der vielen Götter des hier vorherrschenden Hinduglaubens gewidmet, die Locals nutzen die Quellen bis heute noch zur rituellen Reinigung. Wir haben uns gegen das Baden entschieden. Eine gute Entscheidung wie wir nachher erfahren haben, da das Wasser hier die letzten Jahre durch Abwässer der Umgebung stark verunreinigt und für ausländische Touristen durchaus gefährlich werden kann. Die Anlage an sich war trotzdem beeindruckend und die Quelle interessant zu sehen. Ein kleiner Wehmutstropfen ist die allseits präsente Umweltverschmutzung in Form einer riesigen Müllkippe im Dschungel direkt hinter dem Tempel. Gesehen haben wir die Seite nur weil wir uns beim herausgehen verlaufen haben.

Große Gongs

Zurück in Ubud sind wir dann nach dem Frühstück direkt weiter zu den Pyramids of Chi gefahren, einer ziemlich abgefahrenen Form von Sound Healing. In einer riesigen Pyramide konnten wir uns mit ca 30 anderen Leuten hinlegen und knappe 90 Minuten den Klängen von riesigen antiken Gongs, Glockenspielen und allem Möglichen anderen Zeug lauschen. Zwar blieb die Erleuchtung aus, aber die Erfahrung war wirklich einmalig, der komplette Körper vibriert mit den Schwingungen mit und man fällt nach einer Weile wirklich in eine Art Trance. Zurück in der Wirklichkeit haben wir dann auf unsere Mägen gehört und sind erstmal Mittagessen gefahren.

Traditionell schlemmen

Zur Abenddämmerung ging es dann (eher per Zufall) in die Reisfelder, einen wunderschönen Fußweg entlang zu einem Warung abseits vom Lärm der Innenstadt (wobei man den Lärm der einzigen Hauptstraße schon in den Nebenstraßen nicht mehr hört). Das traditionell indonesische Essen in dem zusammengewürfelten Familienrestaurant war mit das beste was wir bisher auf Bali essen durften, was den Tag voller Erfahrung dann super abgerundet hat. Nach einem recht spannenden Heimweg im stockdunkeln mit Handyleuchte bewaffnet sind wir zufrieden ins gemütliche Bett gefallen.

Nach einem weiteren eher unspektalurären (und recht nassem) Tag in Ubud ging es dann weiter nach Lembongan, einer kleinen Insel bei Bali.