Morgens haben wir dann, sehr zu Ninas Freude, noch einmal Besuch von einem Kater (Haggis, stilecht zu Dunedin) bekommen der sich auch prompt ins Bett gelegt hat. Dass wir zwischendurch frühstücken und duschen waren hat ihn auch nicht weiter gestört.

Hipsterstädtchen im Nirgendwo

Entspannt ging es dann weiter Richtung Norden nach Oamaru. Für eine eigentlich kleine Stadt, haben es die Sehenswürdigkeiten dort in sich. Zum einen gibt es eine kleine Altstadt (im Prinzip eine Straße) mit Bauten im viktorianischer Architektur, einem um die Jahrhundertwende beliebten Stil in England. Nachdem wir erst einmal auf dem Campingplatz gekocht und uns sortiert haben sind wir auch gleich ins Zentrum, um dort in einem Restaurant zu essen das durchaus den Berliner Etablissements Parole bieten könnte. Gesättigt und mit dem Tip vom Barkeeper einen Abstecher in das Brauhaus am Hafen zu machen bevor die Sonne untergeht ging es dann durch das viktorianische Viertel zum Hafen.

Wirre Gebilde

Inoffiziell gilt Oamaru auch als die „Steampunk Capitol of the world“. Steampunk ist eine Kunstbewegung aus den 80ern, in der es darum geht (meist sinnfreie) Erfindungen für die Neuzeit zu erschaffen die so aussehen wie es Menschen um 1900 umgesetzt hätten. Das Ergebnis sind Gebilde aus Metall und allem Möglichen an Schrott und Kuriositäten die sich zum Teil sogar von selbst bewegen können. Interessanterweise spiegelt sich diese Bewegung auch in den Shops im viktorianischen Vierteln wieder, alles wirkt sehr liebevoll aber auch leicht schräg.

Nachdem wir also das Viertel genauer unter die Augen und danach noch ein Bier (und vegane heiße Schokolade für Nina) getrunken ging es pünktlich zum Sonnenuntergang zum Hafen.

Kleine blaue Pinguine

Vor 10 Jahren war der Hafen eigentlich nur viel Busch vor sehr alten viktorianischen Hafengebäuden. Mit stetig anwachsendem Strom von, teils sehr rücksichtslosen, Touristen wurde das zu einem Problem für die relativ scheuen kleinen blauen Pinguine. Kurzum haben die Einheimischen einstimmig beschlossen einen neuen umzäunten Bereich direkt am Strand zu bauen um den Tierchen die Ruhe zu geben die sie brauchen.

Trotzdem kann man sich abends ruhig auf die Steine am Strand setzen und beobachten wie die Pinguine aus dem Wasser kommen. Viele haben sich anscheinend zu sehr daran gewöhnt ihre Nester unter den alten Hafengebäuden zu besuchen und watscheln deshalb am umzäunten Bereich vorbei. Da wir die Tiere nicht unnötig stören wollten haben wir auf viel Licht und Fotos verzichtet und sind dann ziemlich müde aber zufrieden noch den weg zurück zum Campingplatz angetreten.