Mehr oder weniger ausgeschlafen sind wir dann früh morgens Richtung Bluff gefahren um dort die Fähre nach Stewart Island, der südlichsten bewohnten Insel Neuseelands, zu nehmen. Das Auto haben wir mutigerweise einfach mal am unbewachten Parkplatz untergebracht um neben der der teuren Fährfahrt zumindest diese Kosten zu sparen. Die Überfahrt war für die Jahreszeit anscheinend sehr ruhig und nach einer Stunde sind wir auch schon die Halfmoon Bay eingefahren. Den Weg zum Hostel konnten wir dann in knappen 5 Minuten bewältigen (Oban ist ungefähr so groß wie die Sternschanze) und uns dort erstmal erkundigen was wir alles machen können. Kurzum haben wir uns dann für einen ausgedehnten Spaziergang am Strand entschieden wo Nina noch ausgedehnter Muscheln sammeln konnte. Drei (übel riechende) Pauas, ein Schneckenhaus und knappe 4 Stunden zu Fuß sind wir dann erstmal ins Hostel um uns da den hauseigenen Kamin anzuschmeißen und ein paar Stunden die Füße hoch zu legen. Auf raten der Locals hin ging es dann nach Sonnenuntergang auf Kiwijagd. Die Wahrscheinlichkeit die kleinen Tiere in freier Wildbahn zu sehen sind auf der Insel wohl die höchsten, da es dort inzwischen eine Population von über 10000 Kiwis gibt. Gehört haben wir sie überall um uns herum, sehen konnten wir leider keinen. Trotzdem war es eine witzige Erfahrung im dunkeln mit Rotlicht bewaffnet durch den Wald zu laufen, der vor lauten Kiwi schreien nur so gehallt hat. Die Jagd wäre auch noch llnger gegangen, leider mussten wir am nächsten Tag schon wieder früh raus weshalb wir dann gegen zwölf im Bett gelandet sind.

Ulva Island - Neuseeland wie vor 200 Jahren

Ulva Island ist einer der „Predator Free Islands“ Neuseelands. Das bedeutet die komplette Insel wurde in einem beeindruckenden Kraftakt von sämtlichen Nagetieren und anderen Raubtieren befreit, größtenteils sogar die Flora wieder in den Ursprungszustand versetzt. Durch diese Versetzung in den Urzustand können viele heute bedrohte Tierarten wie der Kaka oder auch Kiwi hier frei brühten, fressen und auf dem Boden herumturnen und sich vermehren. Die Insel hat die einzige Kiwi Population die auch tagsüber zu sehen ist und vergleichsweise zutraulich sein soll. Um die Spannung schonmal vorweg zu nehmen, wir haben natürlich keine gesehen.

Trotz dem eher bewölkten und kalten Wetter konnten wir trotzdem fast alle Vogelarten der Insel sehen und hören. Da wir auf Tip hin ein Wassertaxi eine Stunde früher als die Fähre genommen haben hatten wir auch die ersten zwei Stunden komplett für uns und konnten die Ruhe und Vogelgesang für uns allein genießen. Zurück in Oban hatten wir dann noch zwei Stunden Sonne bevor wir die Fähre zurück genommen haben. Die Fahrt war recht spannend da wir bis zur Einfahrt in den Bluff Hafen eine neblige Sicht von knapp einem Meter hatten (und bei der Einfahrt wohl noch fast ein paar Jugendliche mitgenommen haben die im Hafenbecken geschwommen sind). Mit ziemlichen Schlafmangel und vollem Kopf sind wir dann noch im Gewaltakt bis zur Curio Bay gefahren um dort in einem gemütlichen Campingplatz direkt am Meer einzukehren. In unserem eigenen Bett sind wir dann nach ca 2 Sekunden eingeschlafen.