Um 7:30 wurden wir tags darauf am Parkplatz zur Tour nach Fraser Island aufgegabelt. Der Bus an sich sah schon viel versprechend aus, quasi wie ein überdimensionierter 4W Jeep und hörte sich auch so an. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ist aufgrund der Beschaffenheit (keine geteerten Straßen und viel Dschungel) nur mit einem 4-Rad-Antrieb zu empfehlen. Ursprünglich hatten wir vor uns selbst einen Wagen zu mieten und über die Insel zu fahren, aber haben auf die Dame am Infocenter gehört die meinte dass das keinen Spaß macht wenn wir vorher noch nie auf Sand gefahren sind.

Allradantrieb heißt nicht unbedingt strandtauglich

Als wir dann den ersten Kia ("Mit dem Wagen auf Sand hat er sich das auch redlich verdient." - O-Ton unser Guide) im Sand an der Fährstation haben stecken sehen waren wir auch recht froh hier ausnahmsweise einmal auf gesunden Menschenverstand gehört zu haben. Nach knappen 10 Minuten überfahrt ging es dann am Strand entlang los auf die erste Etappe. Mit dem Monsterbus sind wir auch so ziemlich an allen anderen Jeeps vorbeigezogen, was unserem Fahrer/Guide sichtlich Spaß gemacht hat. Trotzdem verschluckt das Ding wahrscheinlich soviel wie vier Hummer auf einmal.

Sand-"Straßen"

Nachdem wir den ersten Teil am Strand entlang gefahren sind ging es dann durch den Urwald zum Lake Birrabeen. Spätestens hier war ich extrem glücklich nicht meine ersten 4-Rad Erfahrungen auf der Insel zusammen. Der enge Weg ging über Stock und Stein und bestand - logischerweise - nur aus Sand, was voraussetzt dass man jederzeit weiß was man tut. Der Dschungel an sich war auch beeindruckend und auch einzigartig durch die Beschaffenheit der Insel. Wurde hier noch bis mitte des 19 Jahrhunderts Holzgewinnung im großen Stil betrieben, merkt man dass sich die Fauna und Flora sichtlich wieder erholt.

Der See ist einer der vielen Süßwasserseen der Insel. Regenwasser fällt auf den Sand, wird extrem lange gefiltert und sammelt sich dann in den Tälern zu großen, glasklaren Gewässern an. Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, waren aber trotzdem beeindruckt vom weißen Sand (wen es interessiert: Je weißer der Sand, desto mehr Mineralien hat über die Jahre abgegeben) und dem klaren Wasser.

Regenwald

Nach einer Stunde am See ging es dann weiter bis Central Station, einem ehemaligen Holzfäller Camp, das bis vor kurzem als Sitz der ansässigen Parkranger fungiert hatte. Hier gab es dann zum einen ein wirklich gutes Mittagessen und zum anderen den wohl heftigsten Regenguss den wir bisher in Australien hatten. Angenehm war dass es - nicht wie in Neuseeland - trotzdem schön warm geblieben ist. Bei der Weiterfahrt waren wir dann wohl nicht die einzigen die bereut haben sich die Bäuche so voll geschlagen zu haben. Die Straße bestand auf die nächsten Kilometer eigentlich nur aus Schlaglöchern und behelfsmäßig drüber gelegten Holzpanellen.

Ein Schiff mit Geschichte

Weiter ging es bis hoch in den Norden der Insel, wo wir die SS Maheno begutachten konnten, einem neuseeländischen Schiff das über Umwege in einem Zyklon die finale Ruhestätte am Strand von Fraser Island gefunden hat. Nachdem das Schiff über ein paar Jahre als Zielübung für die australische Marine gedient hatte holt sich jetzt Stück für Stück das Meer den Rest zurück.

Dingos und dumme Kinder

Vor dem Trip hatten wir Sorge die ansässigen Dingos vielleicht nicht zu sehen. Völlig unbegründet, die wilden Hunde haben am Strand herum getollt, unter Jeeps geschlafen und Kinder gejagt die dumm genug waren zu nah ran zu gehen ( überall gibt es Schilder auf der Insel dass man seine Kinder niemals aus den Augen lassen sollte). Das ganze ging dann noch einmal gut als unser Guide den Bus einfach zwischen Dingo und Hund geparkt hat.

Der letzte und auch schönste Teil des Trips war dann Eli Creek, einem kleinen, glasklaren Süßwasserbach der sich bis an den Strand schlängelt. Leider hatten wir hier zu wenig Zeit, waren aber trotzdem froh das Schauspiel noch gesehen zu haben bevor es wieder zurück aufs Festland ging. Mit all den Eindrücken im Kopf und wahrscheinlich auch ein wenig zu viel Hitze sind wir dann abends halb tot ins Bett gefallen.