3. Juli 2019

Uluwatu – Abschluss am Strand

Ab in den Süden

Nachdem wir uns in Canggu der Völlerei hingegeben haben sind wir dann weiter zu unserem letzten Stop Uluwatu gefahren. Die Gegend ist noch ein eher ruhigerer Teil Balis, südlich von Denpasar gelegen und ist für die Strände und Tempel bekannt. Nach der Fahrt durch Denpasar (Chaos und Stress) wurde es mit jedem Kilometer weiter Richtung Süden merklich entspannter. Uluwatu selbst besitzt quasi eine lange, im Vergleich wenig befahrene, Hauptstraße die sich entlang der Küste einmal um die Halbinsel zieht. Der letzte Teil der Fahrt hat uns schon die ersten Aussichten auf die traumhaften Strände und eher entspannte Atmosphäre Uluwatu's gegeben, beim Einchecken in unser kleines Resort 5 Minuten vom Strand ist uns dann klar geworden dass wir hier alles richtig gemacht haben und auf die letzten Tage noch einmal entspannen und zur Ruhe kommen können.

Strand, Essen, Strand

Die etwas über eine Woche in Bali wurde hier letztendlich mit Essen, in der Sonne Liegen und weiter essen verbracht. Kleinere Rollertouren über die kleine Halbinsel haben hier wieder mehr Spaß gemacht, da der Verkehr nicht so brutal wie in Canguu oder Ubuud war. Die Strände hier waren zwar teils sehr steinig, aber trotzdem wunderschön und auch nicht so überfüllt (je nach Strand konnten wir sogar ein paar Minuten alleine genießen).

Resort für uns allein

Auf den Tipp eines Päärchens das wir in Canguu kurz vor unserer Abfahr kennen gelernt hatten sind wir dann noch in den nahe gelegenen Malini Agro Park gefahren, einem auf größtenteils permakultur setzenden Resort. Der Großteil des Essens wird hier aus dem eigenen Garten gewonnen, der sich liebevoll in ein Gesamtbild aus Kunst (Holzskulpturen), einem riesigen Pool und einer bombastischen Aussicht aufs Meer und die Klippen einfügt. Das Beste an der Sache war, dass das Resort so versteckt liegt, dass es anscheinend kaum jemand findet. Die mit dem Roller recht.. spannende Einfahrtsstraße aus Schotter und badewannengroßen Schlaglöchern hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Teil dazu beigetragen. Hier hat es uns so gut gefallen dass wir zwei Tage später direkt noch einmal einen ruhigen Tag im Resort verbracht haben.

Wieder Affen

Damit es nicht langweilig wird sind wir natürlich noch einmal zum recht bekannten Pura Luhur Tempel gefahren, der direkt an eine riesige Steilklippe gebaut wurde. Da wir vorgewarnt waren haben wir es dieses Mal schlauer gemacht und sämtliche Wertsachen fest verpackt und alles an essen in den Rucksack gesteckt. Schon beim hineingehen wurde schnell klar, dass das ausnahmsweise mal eine sehr gute Idee war. Ganze Gangs von Affen saßen links und rechts der Alle zum Tempel und haben auf unbedarfte Touris mit losen Wertgegenständen und Verköstigung gewartet. Der Tempel, vielmehr die Aussicht vom Tempel, hat den mulmigen Einstieg jedoch alle Mal wett gemacht und wir konnten das letzte Mal Kultur vor unserer Abfahrt noch voll und ganz genießen.

Zurück in den Alltag

Schneller als gedacht fand unsere Reise dann doch ihr Ende und wir sind von Denpasaar über Singapur zurück nach Deutschland in den Sommer geflogen. Zwar waren die fünf Monate nicht immer einfach, jedoch sind wir mit vielen gemeinsamen Erinnerung und einem wohligen Gefühl im Bauch zurück in die Heimat gekommen.

23. Juni 2019

Canggu – Klappe die Zweite

Nachdem wir nach der ersten Woche aufgrund des Trubels vor Ort ziemlich die Nase voll hatten waren wir beide überrascht dass wir doch noch einmal nach Canggu möchten. Zum einen war der Gedanke sich vor Ort schon gut auszukennen gut, zum Anderen hatten wir auch ein wenig Sehnsucht nach dem guten Essen (besonders dem Frühstück). Die Fahrt von Lembongan bis zu unserem Hotel in Canggu war wie erwartet extrem anstrengend und abends sind wir nur noch in unser übergroßes Kingsize Bett gefallen und recht schnell ins Land der Träume geglitten.

Weniger Stress, zentrale Lage

Der Großteil des Stresses beim ersten Besuch in Canggu war die Tatsache dass wir über die Hauptverkehrsader jeden Tag in die Stadt hinein fahren mussten. Das haben wir von vornherein dieses Mal abgekürzt indem wir einfach ein Hotel direkt im Zentrum und in Strandnähe gebucht haben. Zu Fuß zu laufen gestaltet sich zwar nach wie vor Lebensgefährlich aber mit dem Roller kommt man hier recht gemütlich von A nach B. Die nächsten Tage haben wir entsprechend größtenteils damit verbracht uns durch die Restaurants zu schlemmen und möglichst wenig Sightseeing zu betreiben.

Green School - Nachhaltig unterrichten

Ein persönliches Anliegen war ein Besuch bei der Green School. Dieses relativ neuartige Schulkonzept wurde uns von Chrissi und Miri ans Herz gelegt und klang extrem spannend. Nachdem wir unseren Termin gebucht hatten sind wir also die knappen 40 Minuten durch die Reisfelder ins Landesinnere gefahren um die Green School mitten im Dschungel zu besuchen. Die knapp 2-stündige Führung war wie so vieles noch einmal ein Augenöffner. Das Prinzip der Schule dreht sich im Grundsatz um alles was mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung steht. Die Gründung der Schule kam zustande nachdem das Gründungspaar die Dokumentation "An inconvenient Truth" sah und sich kurzum dazu entschlossen hat statt Rente eine Schule ins Leben zu rufen. Auf dem Gelände gibt es kein Einwegplastik, alle Gebäude sind fast zu 100% aus Bambus und recycleten Materialien gebaut und die Energie wird seit diesem Jahr komplett aus einer eigenen Wasserturbine und Solarkraftanlagen gewonnen. Auch der Unterricht gestaltet sich anders als man es vielleicht in Deutschland gewohnt ist. Die Fächer richten sich immer nach einem zentralen Thema, es gibt keine Wände in den Klassenräumen und pber 60% des Unterrichts wird im Freien abgehalten. Anstatt Noten gibt es eine Art Zieldefinition in der sowohl Schüler als auch Lehrer am Ende des Jahres eine schriftliche Bewertung anfügen. Wer jetzt denkt was für eine Hippie-Kommune wird überrascht sein, dass viele der Absolventen nicht nur eigene Firmen gründen sondern auch auf Ivy League Schulen wie Harvard teils mit Handkuss aufgenommen werden. In einer multikulturellen Umgebung mit Schülern aus über 63 Ländern wachsen die Kinder hier mit einem tiefgreifenden Verständnis von Nachhaltigkeit und Achtsamkeit aus. Nicht zuletzt werden auch Projektideen durchweg gefördert, was zum Beispiel in einem Green Bus, einer eigenen Biodiesel-Station und eigener Seife geendet hat. Inspiriert und beeindruckend sind wir von dieser kleinen grünen Oase inmitten Balis dann zurück zu unserer Unterkunft gefahren und mussten die Eindrücke erst einmal sacken lassen.

 

19. Juni 2019

Nusa Lembongan – Entschleunigt

Nach einer ziemlich brutalen Fahrt von knapp 4 1/3 Stunden im Bus und dann einem eher suspekt aussehende Fastboat sind wir auf Nusa Lembongan angekommen. Die Insel haben wir mit Absicht ausgewählt, da es die kleinste von allen in der Nähr Balis ist und touristisch wohl noch am wenigsten erschlossen. Das merkt man auch schon bei der Ankunft am Strand. Es gibt keinen Steg und man muss um an Land zu kommen noch ein paar Meter vom Boot durchs glasklare, Türkise Wasser der Mushroom Bay laufen. Gut auch, dass wir ein Auge auf unsere Rücksäcke hatten, da die leicht verplanten Fahrer Ninas sonst am Strand gelassen hätten. War aber nicht weiter schlimm, da wir sowas schon erwartet hatten.

Klein aber fein

Nach einer Minifahrt von knappen 15 Minuten quer über die Insel sind wir dann in der Unterkunft für die nächsten 5 Nächte angekommen und wurden direkt extrem nett und mit einem Willkommens-Getränk begrüßt. Die kleine Holzhütte mit Pool direkt mit dran war mehr als gemütlich und wir haben uns auch über das Außenbad (ohne Dach) gefreut. Da der Tag recht lang und anstrengend war sind wir erstmal in der Unterkunft geblieben und haben den Pool in vollen Zügen genossen.

Tags darauf ging es dann wie immer erst einmal auf die Suche nach einem guten Frühstück und eine erste Spritztour über die (wirklich kleine) Insel. Neben einem Traumstrand mit türkisem Wasser (und wie überall auf Bali einem Riff direkt bis zum Strand) ist das Essen hier noch sehr traditionell und auch der Verkehr hat dank der Infrastruktur nicht die Hektik von der Hauptinsel. Abgesehen von den Pick-Ups mit Touris gibt es quasi nur Roller auf Lembongan, was bei den engen Straßen auch ein Segen ist. Nach einem Tag am Strand ging es dann abends wieder an den Pool und ins Restaurant um die Ecke.

Eat, Swim, Repeat

Die nächsten Tage auf Lembongan haben wir quasi nur mit essen, durch die Gegend fahren und schwimmen verbracht. Auf raten unserer Gastgeber sind wir erstmal zur Yellow Bridge gefahren, die auf Bildern aussieht wie die Golden Gate Bridge in klein und gelb. Vor Ort sieht die Konstruktion eher etwas suspekt aus, hält aber die Fußgänger und Rollerfahrer aus die hier rüber auf Nusa Ceningan fahren. Die (noch kleinere) Insel ist bei Ebbe komplett mit Lembongan verbunden, das Wasser fließt quasi komplett aus der kleinen Bucht ab und gibt das allseits vorherrschende Riff frei. Bei Flut ist das Wasser nie wirklich tief, wodurch es mit dem hellen Riff tief türkis wirkt. Natürlich besitzt jede Bar am Wasser eine eigene Schaukel für die Massen an Touris mit Instagram Fans (mussten wir auch ein Foto machen). Insgesamt vergangen die 5 Nächte auf Lembongan wie im Flug, obwohl wir mit voller Absicht so wenig wie möglich gemacht haben. Die Insel ist wirklich schön und auch vergleichsweise noch sehr ursprünglich, jedoch sieht man auch hier das große Platikproblem vor dem Bali seit Jahren steht. Auf Lembongan gibt es allem Anschein nach keine größere Recycling Anlage, weshalb es Berge von Plastikmüll mitten im Dschungel gibt (oder verbrannt wird). Mit diesem kleinen Denkanstoß sind wir trotzdem mit schönen Erinnerungen von der kleinen Insel zurück auf das "Fest"land um hier ein zweites Mal nach Canggu zu fahren.

14. Juni 2019

Ubud – Hippies und Spiries

Im sprituellen Zentrum

Nach ausgiebigem Frühstück in Canggu ging es dann mit eigenem Fahrer weiter ins Landesinnere zu unserem nächsten Stop, Ubud. Die Stadt wird zwar immer touristischer, gilt aber trotzdem nach wie vor als spirituelles Zentrum von Bali. Nach einer interessanten Fahrt durch den balinesischen Mittagsverkehr (gottseidank aber im Auto und nicht selbst am fahren) sind wir auch schon recht schnell an unserer neuen Unterkunft angekommen. Das Hotel wirkt wie ein alter Tempel und wird von einer netten balinesischen Familie geführt die rundum darauf bedacht sind dass man sich wohlfühlt. Da Ubud auch vernünftige Bürgersteige besitzt und der Verkehr nicht so brutal wie in Canggu ist, sind wir den ersten Abend dann einfach zu Fuß ins Zentrum gelaufen. Im Gegensatz zu Canggu war das Zentrum hier nur knappe 2 Minuten zu Fuß entfernt, wodurch sich das etwas teurere Hotel schon gelohnt hat. Nach einem guten Essen im Kaffee sind wir dann auch zeitig wieder heim um unsere Jumbo Kingsize Bett und die erstaunlich ruhige Lage trotz Zentrum zu genießen.

Klettern am frühen Morgen

Da wir tags darauf sowieso wieder um sieben wach waren sind wir einfach vor dem Frühstück den Reisfeldern Ubuds gefahren, die als UNESCO Weltkulturerbe eingetragen sind. Der Tip unserer Gastfamilie möglichst früh zu gehen hat sich ausgezahlt und wir konnten den Pulk an Touris vermeiden und die Reisterrassen noch ungestört erkunden. Das ganze ist zwar wirklich schön und beindruckend, trotzdem wird man hier daran erinnert weshalb man daheim seinen Reis vor dem Kochen waschen sollte. Rundum zufrieden sind wir dann quasi zurück gefahren als es anfing voll zu werden und konnten ein - wie sollte es auch anders sein - super Frühstück im lokalen Coworking Café genießen. Den Tag konnten wir sonst vergleichsweise langsam angehen und mit einer guten Massage am Abend abrunden.

Heiler und cholerische Affen

Nach einem Tag der eigentlich nur aus Essen und gammeln bestand sind wir dann tags darauf zum Spiritual Healer gefahren, um uns einmal die volle Ubud Breitseite zu geben. Man mag davon halten was man will, trotzdem war es schön die spirituelle Seite von Bali mitzunehmen und einfach nette Dinge gesagt zu bekommen.

Die Monkey Sanctuary ist ein semi-geschlossenere Park mit den hier ansässigen Javaneraffen, die gleichzeitig auch eine heilige Stätte für die Einheimischen darstellt. Nicht etwa wie auf der Kiwisuche in Neuseeland wird man hier schon nach den ersten Schritten von den Äffchen begrüßt die hier zu hunderten herumtollen. Zwar haben wir dank der vielen Tips von bekannten (und den sehr eindeutigen Schildern am Eingang) alles weg gepackt was die Tierchen klauen könnten, dabei aber nicht bedacht dass auch Trinkflaschen ein willkommenes Ziel darstellen. Prompt hatte Nina einen Affen auf dem Schoß und ich dank dummen Reflex die Flasche zurück zu nehmen an der Schulter. Dank T-Shirt ist nichts weiter passiert außer einem blauen Fleck, trotzdem sind wir mit mulmigem Gefühl recht schnell wieder aus dem Park heraus. Bei den Tausenden an Besuchern am Tag ist es nicht weiter verwunderlich dass die sonst sehr friedlichen Tiere etwas unwirsch werden.

Semisauberes, aber heiliges Wasser

Um am nächsten Tag nochmal Kultur mitzunehmen sind wir dann am nächsten Tag zum Tirta Empul gefahren, dem Wassertempel von Ubud. Wasser war an dem Tag auch ein passendes Thema, da es das erste Mal seit wir auf Bali sind wie aus Eimern geschüttet hat. "Glücklicherweise" aber nur die 30 Minuten die wir mit dem Roller bis zum Tempel gebraucht haben. Der Tempel an sich ist bekannt für seine heilige Quelle und einem der vielen Götter des hier vorherrschenden Hinduglaubens gewidmet, die Locals nutzen die Quellen bis heute noch zur rituellen Reinigung. Wir haben uns gegen das Baden entschieden. Eine gute Entscheidung wie wir nachher erfahren haben, da das Wasser hier die letzten Jahre durch Abwässer der Umgebung stark verunreinigt und für ausländische Touristen durchaus gefährlich werden kann. Die Anlage an sich war trotzdem beeindruckend und die Quelle interessant zu sehen. Ein kleiner Wehmutstropfen ist die allseits präsente Umweltverschmutzung in Form einer riesigen Müllkippe im Dschungel direkt hinter dem Tempel. Gesehen haben wir die Seite nur weil wir uns beim herausgehen verlaufen haben.

Große Gongs

Zurück in Ubud sind wir dann nach dem Frühstück direkt weiter zu den Pyramids of Chi gefahren, einer ziemlich abgefahrenen Form von Sound Healing. In einer riesigen Pyramide konnten wir uns mit ca 30 anderen Leuten hinlegen und knappe 90 Minuten den Klängen von riesigen antiken Gongs, Glockenspielen und allem Möglichen anderen Zeug lauschen. Zwar blieb die Erleuchtung aus, aber die Erfahrung war wirklich einmalig, der komplette Körper vibriert mit den Schwingungen mit und man fällt nach einer Weile wirklich in eine Art Trance. Zurück in der Wirklichkeit haben wir dann auf unsere Mägen gehört und sind erstmal Mittagessen gefahren.

Traditionell schlemmen

Zur Abenddämmerung ging es dann (eher per Zufall) in die Reisfelder, einen wunderschönen Fußweg entlang zu einem Warung abseits vom Lärm der Innenstadt (wobei man den Lärm der einzigen Hauptstraße schon in den Nebenstraßen nicht mehr hört). Das traditionell indonesische Essen in dem zusammengewürfelten Familienrestaurant war mit das beste was wir bisher auf Bali essen durften, was den Tag voller Erfahrung dann super abgerundet hat. Nach einem recht spannenden Heimweg im stockdunkeln mit Handyleuchte bewaffnet sind wir zufrieden ins gemütliche Bett gefallen.

Nach einem weiteren eher unspektalurären (und recht nassem) Tag in Ubud ging es dann weiter nach Lembongan, einer kleinen Insel bei Bali.

8. Juni 2019

Canggu – Verkehr, Müll und gutes Essen

Auf in den Verkehrs-Terror

Nachdem wir aufgrund des Minijetlags (und der brutalen Luftfeuchtigkeit/Wärme) quasi um 7 schon wieder wach waren haben wir uns auf unseren Leihroller geschwungen und sind ab ins Café. Haben wir über die Straßen in Neuseeland geschimpft war das hier, zusammen mit dem absurden Verkehr nochmal eine ganz andere Kragenweite. Wer hupt hat Vorfahrt und Autos sowieso immer, trotzdem sind über 70% des Verkehrs Roller und Motorräder. An der ersten großen Kreuzung bin ich dann einfach weiter geradeaus gefahren weil ich nicht die geringste Ahnung hatte wie ich nach rechts abbiegen soll (hupen, einfach fahren und darauf vertrauen dass die Anderen halten, wie ich inzwischen weiß). Etwas gestresst aber guter Dinge haben wir dann im Copenhagen Chrissi und Miri getroffen, zwei Freunde die wir auf der Nomadweek in Portugal kennen gelernt hatten. Da die beiden schon länger in Canggu remote ihren Blog aufbauen konnten wir auch einiges an Tips und Do's und Don'ts abgrasen. Das Frühstück und der Kaffee waren schonmal eine Offenbarung und unsere erster Vorgeschmack auf das große Schlemmen in Bali. Nachdem wir uns fast drei Stunden im Kaffee verquatscht hatten mussten die Beiden dann noch etwas arbeiten und wir sind (nach dem Mittagessen) an den Strand gedüst. Kurz entschlossen bin ich dann nochmal mit Surfboard ins Wasser gesprungen und hab dann schnell gemerkt wieso man auf Bali erstmal mit Lehrer ins Wasser sollte. Bei Ebbe oder abfließendem Wasser liegt das Riff quasi zehn Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Hab ich mit meinem großen Zeh entdeckt. Zufrieden sind wir dann erstmal zurück ins AirBnB und von da aus zu Fuß zum Warung (Restaurant) um die Ecke gelaufen. Besonders in Canggu sollte man es trotzdem eher lassen zu Fuß zu laufen, da hier recht viele Hunde rumlaufen und es quasi kaum wirkliche Bürgersteige gibt.

Schlemmen

Auf wärmste Empfehlung von den Mädels sind wir tags darauf ins Crate zum Frühstück gegangen und hatten die letzten 3 Monate noch nie so gutes Essen. Das recht hippe Café könnte auch in Kreuzberg stehen, abgesehen davon dass alles offen ist weil es in Bali schlicht nie wirklich kalt wird. Mit Smoothies haben wir (oder eher ich) der Wärme getrotzt und konnten uns Stück für Stück anfangen zu akklimatisieren. Mit knappen 28° ist Bali im Schnitt auch nicht wirklich warm, die Luftfeuchtigkeit setzt einen anfangs trotzdem Schachmatt.

Tana Lot

Da wir nichts Besseres zu tun hatten sind wir dann spontan richtung Westen aus Canggu heraus gefahren und eher per Zufall am Tana Lot gelandet, einem der bekanntesten Tempeln auf Bali. Zwar war das ganze ein ziemliches Tourilioch, bevor man in die Tempelanlage kommt muss man noch durch einen riesigen Flohmarkt mit allem Möglichen Krimskrams, aber der Tempel an sich war ein schöner erster Eindruck von der kulturellen Seite Balis. Die Anlage liegt direkt am Meer und ein Teil des Tempels kann nur bei Ebbe betreten werden, während es bei Flut ein Spektakel an Wellen zu sehen gibt. Trotzdem haben wir unterschätzt dass 28° sich nicht unbedingt nach 28° anfühlen wenn man mitten in der Sonne rumläuft und zu wenig trinkt, also sind wir schnell zurück nach Canggu um hier Mittag und die nächsten Smoothies in uns reinzuschaufeln. Wie man das nunmal in Asien so macht gabs danach auch direkt unsere erste Massage und nochmal eine Stunde Pause zurück in der Unterkunft.

Stars und platte Reifen

Abends haben uns die Mädels zu einem Filmabend bei einer Freundin eingeladen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Also wieder auf den Roller geschwungen und zurück in die City um die der wunderschönen Villa/Haus von Ruth A Star is Born und balinesisch traditionell Pizza zu essen. Ein wirklich schöner Abend ist dann eher unschön geendet als wir die erste Erfahrung mit den balinesischen Straßen in Form eines platten gemacht haben. Ungünstig wenn man um halb elf nachts im dunkeln an der Straße und ohne Handykarte steht und nicht genau weiß was man jetzt tun soll (abgesehen vom latenten Jetlag und allgemeiner Asienüberforderung). Auf Zureden von Nina haben wir dann die einzig richtige Entscheidung getroffen und uns ein Taxi genommen, um hier natürlich klassischerweise abgezogen zu werden. Die umgerechnet 5€ für 5 Minuten Fahrt waren eher Hamburger Verhältnisse. Ein langer Tag ging dann in unserem ruhigen Zimmer am Stadtrand zu Ende und wir konnten erstmal schlafen.

"Ach, das passiert ständig"

Gottseidank hatten wir extra ein AirBnB gemietet um für solche Eventualitäten jemanden zu haben der uns vor Ort helfen kann. Nur blöd dass unser Gastgeber gerade selbst in Europa die Familie besuchen war, hieß also dass er uns über Whatsapp eine Werkstatt geschickt hat wo wir den Rollen hinschieben können. Die Aussage dass das normal ist und ihm in Canggu teils drei mal am Tag passiert hat auch nicht wirklich geholfen. Netterweise konnten wir dafür einen Zweitroller umsonst ausleihen um die in Stadt zu kommen. Während Nina beim Yoga war hab ich mich dann als guter Freund um den Roller gekümmert, die 5 Minuten zur Werkstatt geschoben und nach zehn Minuten für knappe 2 Euro wieder einen funktionstüchtigen Reifen gehabt. Fazit wie so oft auf der Reise, war dann im Endeffekt doch recht einfach, stresst aber erst einmal wenn man keine Ahnung hat wie hier der Hase läuft. Da Chrissi und Miri schon am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland geflogen sind, war es natürlich ein muss die beiden noch auf ein (wieder bombastisches) Frühstück zu treffen. Danach gings dann wieder Nina aufgabeln und nach einem zweiten Frühstück erstmal mit kleineren Schwierigkeiten zurück ins AirBnB. Zurück in der Unterkunft waren wir uns auch einig lieber zu Zweit auf einem Roller zu fahren als uns den Stress zu geben getrennt auf zwei Rollern zu sitzen.

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