4. Juni 2019

Cairns, Daintree, Cairns

Nachdem ich mein Handy dann (zum zweiten Mal) ersetzt bekommen hatte haben wir uns in einem erstaunlich ruhigen Campground bei Cairns für eine Nacht eingebucht. Im krassen Gegensatz zu Neuseeland hatten wir quasi die komplette Anlage für uns und konnten am nächsten Tag vor der Fahrt nach Port Douglas auf Empfehlung der Rezeptionistin in den Crystal Cascades plantschen gehen. Da man im Norden Australiens das Meer tunlichst vermeiden soll war es super endlich wieder ins Wasser zu springen (und saukalt).

Wildcampen mit Ausblick

Die knappe Stunde Richtung Port Douglas ist das Wetter dann auch endgültig wieder aufgeklart und wir konnten die größtenteils direkt am Meer entlang führende Strecke genießen und mittag im Sonnenschein machen (und fast verbrennen). Hatte ich mir Port Douglas aus welchen Gründen auch immer als verranzte Hafenstadt vorgestellt, so wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Neben einem eigens patrouilliertem Badestrand hat das kleine Städtchen eine wunderschöne Promenade mit Blick auf die ersten Mangrovenwälder Richtung Daintree National Park. Etwas komisch hat es sich schon angefühlt auf der einen Seite der Bucht baden zu gehen um auf der Hafenseite von Schildern begrüßt zu werden nach denen man noch nicht mal in die nähe vom Wasser gehen sollte (Krokodile). Nachdem wir uns einen freien Platz auf dem Promenadenparkplatz zum schlafen gesichert hatten ging es dann nochmal Essen und auf ein Feierabendbier bevor wir begleitet von Livemusik in der Bar nebenan ins Land der Träume geglitten sind.

Nach einem kleinen Dip ins Meer am nächsten Morgen zum Wachwerden ging es dann weiter Richtung unserem nördlichsten Stop, Cape Tribulation im Daintree National Park. Der Weg wurde mit dem 7 Meter Schiff von Wagen schnell interessant. Nicht dass wir plötzlich vor einer Fähre über den Daintree River standen, die Serpentinen ins letzte Stück bis ins Herz des Daintree können es mit dem Fjordland in Neuseeland ohne Weiteres aufnehmen. Nachdem wir eigentlich in einem kleinen Dschungelcamp die Nacht verbringen wollten und erst am nächsten Tag bis Cape Tribulation (oder "Cape Tribb", wie die cooleren Locals sagen) fahren wollten, haben wir kurzum noch das letzte Stückchen in Angriff genommen.

 

Cape Tribulation

Möglicherweise lag es auch daran dass wir in den letzten vier Monaten schon so unglaublich viel gesehen hatten, aber Cape Tribulation und der kleine Walk am Strand entlang hat uns nicht wirklich überwältigt. Trotzdem waren wir schon fast froh unseren nördlichsten Punkt in Australien hiermit quasi erreicht zu haben und nach einer Nacht im Dschungelcamp (ha!) sind wir auch wieder zurück Richtung Cairns gefahren.

Palmen und Matsch

Spontan sind wir noch für eine Nacht im gemütlichen, wenn auch dank dem vielen Regen extrem matschigen, Campingplatz am Palm Cove Beach eingekehrt. Neben einer kleinen Stunteinlage von Nina auf dem Elektroroller von einem kleinen Mädchen auf dem Platz bin ich auch noch einmal ins Meer gehüpft. Da das Wasser nicht wirklich klar war und mit eineigen Krokodil Stories im Kopf bin ich dann aber auch trotz Lifeguard schnell wieder raus und hab das Wasser von Weitem genossen. Abends mussten wir dann nochmal schnell ins Restaurant weil wir kein Essen mehr hatten (worüber wir aber Beide nicht weiter traurig waren).

Hippies und Eiswasser

Zurück in Cairns auf "unserem" kleinen Campingplatz im Grünen sind wir dann erstmal nach langer Zeit wieder ins Kino, mit bestem Timing da das Wetter wieder schlechter geworden war. Danach ging es dann in den letzten Großeinkauf vor unserer Abreise (im Endeffekt natürlich wieder zu viel, aber wir werden besser). Die letzten paar Tage sind wir dann zur Abwechslung wieder etwas entspannt angegangen, mit kleinen Abstechern nach Cairns (zu einem kleinen Hippie Festival auf Raten unserer Rezeptionistin und natürlich noch einmal zu den Crystal Cascades zum Baden).

Ab auf die Insel

Da der Flug nach Bali erst um viertel vor neun abends ging hatten wir den Tag noch entspannt Zeit etwas zu Bummeln und auch den Wagen wieder (ohne Probleme) bei Apollo zurück zu geben. Der Flughafen in Cairns ist wohl der kleinste internationale Flughafen den wir bisher gesehen haben, mit ca 6 Schaltern (davon 2 Aktive) und einer gähnend leeren Lobby wo wir noch die letzten Stunden totschlagen konnten. Natürlich haben wir hier (dank Nina) auch wieder eine nette Bekanntschaft geschlossen, Julie aus Oregon, die inzwischen auf Bali wohnt. Der Rest des Abends ging dann erstaunlich schnell herum, mit interessanten Geschichten aus Julies Leben und wie sie letztendlich in Bali angekommen ist und auch mit massig Tips für Ubud, unseren zweiten Stop auf der Insel.

Nach knappen 4:30 Stunden Flug in einer Sardinenbüchse von Flugzeug (trotzdem darf man sich nicht beschweren, wenn man bei einer Billig Airline bucht) und nochmal einer Stunde Fahrt vom Flughafen aus sind wir dann todesmüde um halb sechs morgens in unserem Air BnB in Canggu angekommen.

28. Mai 2019

Regen(wald) und die Tablelands

REGENwald

Weiter gings Richtung Norden, mit dem bisher schlimmsten Wetter dass wir bisher in Australien hatten. Der Stop in Mission Beach, wo der Tropenwald quasi aufs Korallenmeer trifft war extrem nass. Ursprünglich war der Plan hier ein paar Tage zu bleiben bevor wir nach Cairns fahren, was wir aber in Anbetracht der Wassermassen schnell verworfen haben. Trotzdem konnten wir hier mittags das beste Mittagessen mit Kaffee in einem kleinen, heimeligen Dschungelkaffee mitnehmen, was das schlechte Wetter wieder etwas wett gemacht hat. Nach ein wenig hin und her überlegen haben wir kurzum beschlossen doch weiter zu fahren und wollten auf Rat des lokalen Info-Centers eigentlich direkt in die Tablelands. Da sich zum späten Nachmittag aber doch noch einmal die Sonne gezeigt hat sind wir nochmal zum Strand beim Kurrimine Beach und haben uns dort für eine Nacht eingemietet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war - milde gesagt - eher Abzocke als anderes, aber zum Glück war es nur eine Nacht und bisher einer der wenigen Campgrounds in Australien die uns wirklich nicht gefallen haben.

Hoch hinaus

Früh am nächsten Morgen sind wir dann nach kurzem Frühstück im immernoch anhaltenden Regen weiter in die Tablelands landeinwärts gefahren. Als Teil der Great Dividing Range sind die Tablelands für australische Verhältnisse sehr hoch gelegen, hier befindet sich auch das höchste Dorf Australiens. Entsprechend sollte die Aussicht auch der Wahnsinn sein, wovon wir aber bis Nachmittags leider nicht viel sehen konnten. Trotzdem haben wir das Beste draus gemacht und waren neben ein paar Wasserfällen noch einmal im glasklaren See mit Schildkröten schwimmen. Danach ging es noch zu Ninas großer Freude zu den Crystal Caves, keine Landmarke sondern ein kleiner Shop in Atherton in dem es alles Mögliche an Edelsteinen gibt. Frisch eingedeckt mit neuen Ketten sind wir dann abends auch vor Ort in einem extrem gemütlichen Campground mit netten Nachbarn eingekehrt und haben das ausnahmsweise funktionierende WLAN direkt in Anspruch genommen.

Nach einem kurzem Frühstück sind wir dann auch am nächsten Morgen weiter Richtung Norden gefahren. Der erste Stop war der nahe gelegene Granite Gorge Park, in dem es auch wieder frei lebende (und extrem zutrauliche) Rock Wallabies und Papageien gab. Der kurze Track durch die Granitfelsen war auch interessant und der bisher anstrengendste Walk seit Neuseeland (30 Minuten über einen gut ausgebauten Weg). Danach hab ich den Papagei noch schnell meine geliebte Kappe zerstören lassen und weiter gings Richtung Kuranda.

Kuranda ist eine kleine Hippie Hochburg im Norden Australiens mit erstaunlich vielen französischen Expats (war aber trotzdem ganz nett). Nach einem Spaziergang durch den sehr gemütlich gebauten Dschungelmarkt (mit bestem französischem Brunch) ging es weiter zu den Sehenswürdigkeiten um das Örtchen herum. Die Suche nach Schnabeltieren in der Platypus Sanctuary war leider ähnlich erfolgreich wie das Kiwi Hunting auf Stewart Island, dafür war der gigantische Würgefeigenbaum und die Barron Gorge umso beeindruckender. Mit den Eindrücken ging es dann erstmal zurück nach Cairns um uns hier um mein neues Handy zu kümmern und auch ein paar Nächte runter zu kommen.

26. Mai 2019

Crystal Creek – Water-Resistant, not Water-Proof

Schweren Herzens sind wir morgens zur Fähre und haben Abschied von dieser kleinen, entspannten Insel genommen um zurück aufs Festland zu fahren. Nach kurzem Frühstück an der Promenade in Townsville ging es dann ein vergleichsweise kurzes Stück von knappen 2 Stunden Fahrt zum Big Crystal Creek, mitten im Nirgendwo. Der Campground hatte zwar wirklich nur das Nötigste an Equipment, aber im Endeffekt haben wir hier nichts bezahlt da nirgends jemand da war um das Geld einzusammeln und es auch keine Box oder Ähnliches gab. Nach kurzem Fußweg sind wir auch schon mit bestem Wetter an den Crystal Waterslides angekommen, natürlichen Steinrutschen, um hier noch ein wenig herumzutollen.

 

Wasserabweisend heißt nicht Wasserfest

Zurück am Campground ging es dann nochmal zu dem eigentlichen Fluss um hier das knapp eine Woche alte neue Handy wieder zu zerstören. Laut Packung sollte das Ding eigentlich bis zu 1,5 Meter wasserdicht sein. Bei den Temperaturen auf dem Armaturenbrett scheint aber irgendetwas mit den Dichtungen kaputt gegangen zu sein, weshalb das neue Handy dann nach den (wirklich schönen) Unterwasserfotos den Geist aufgegeben hat. Kleiner Dämpfer (siehe Foto), aber da man nichts dran machen konnte haben wir dann abends noch gemütlich ein Lagerfeuer veranstaltet, bevor wir tags darauf wieder Richtung Zivilisation gefahren sind.

24. Mai 2019

Magnetic Island

Weiter ging es Richtung Townsville, wo wir die Fähre nach Magnetic Bay nehmen wollen. Unterwegs sind wir eher per Zufall zum Mittagessen bei der Horseshoe Bay in Bowen gehalten und dann direkt eine Nacht geblieben weil der Campground am Strand so gemütlich aussah.

Knastzimmer aber schöne Insel

Am nächsten morgen dann noch schnell im Supermarkt Schnorchelausrüstung gekauft und weiter ging es zum Fährenterminal, wo wir unser Schlachtschiff von Wohnmobil für die nächsten Tage parken. Das Wetter war auf der Hinfahrt noch schön, hat sich dann aber leider schnell zugezogen als wir dann auf der kleinen Insel angekommen sind. Die Busfahrt (es gibt eine Buslinie auf der Insel die auf der einzigen Hauptstraße hin und zurück fährt) hat schon einen ersten Eindruck auf die hier vorherrschende, sehr entspannte Atmosphäre gegeben. Am Hotel angekommen mussten wir dann feststellen, dass "Budget" manchmal auch trotz guter Bewertung Budget ist. Das Zimmer dort glich mehr einer Gefängniszelle und der Alkoholiker im ansonsten sehr sauberen Wohnzimmer war auch nicht unbedingt zuträglich. Im Endeffekt aber auch nicht weiter schlimm, weil wir eh nicht vorhatten viel im Zimmer oder Hotel zu bleiben. Also ging es kurz entschlossen noch einmal runter zum Strand und dann weiter zur nächsten Bar auf ein (oder vier) Feierabendbier und ein wirklich gutes essen. Typisch für die Insel kam der Bus nicht und wir konnten nochmal das einzige Taxi der Insel von innen begutachten um dann abends tot ins Bett zu fallen.

Pinke Baustelle auf Rädern

Völlig sinnfrei, überteuert aber einfach witzig mussten wir am nächsten Tag unbedingt eines der kleinen pinken Topless Cars mieten. Die umgebauten Mini-Toyotas ohne Verdeck wirken als würden sie jeden Moment auseinander fallen und ein Unfall wäre eher ungünstig, trotzdem hat es einen Heidenspaß gemacht den Tag über die Insel unsicher zu machen (die 13 km von südlichsten bis zum nördlichsten Dörfchen). Neben dem bisher besten Frühstück in Australien und ein paar Stunden am Strand konnten wir die hier heimischen kleinen Rock Wallabies beobachten und zur Abenddämmerung sogar Koalas am Fort Walk sehen, einer alten Befestigung aus dem zweiten Weltkrieg. Müde aber zufrieden ging es dann abends zurück ins Knastzimmer um am nächsten Tag auszuchecken um noch eine weitere Nacht im YHA in der Bungalow Bay zu verbringen.

Gammeltag

In der Anlage hatten wir unsere eigene kleine Hütte und keine 10 Minuten Gehweg zum wunderschönen Strand. Hatten wir ursprünglich überlegt noch einen Tag ein Auto zu mieten, so haben wir uns kurzum entschlossen den Tag einfach mal nichts zu tun. Nach einem kompletten Vormittag in der Sonne am Strand ging es dann nachmittags zur Papageienfütterung im Dschungelcamp. Brauche ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen, aber trotz zerkratzter Arme eines meiner Highlights. Abends sind wir dann nochmal schnell zum Essen ins Dörfchen und den Sonnenuntergang anschauen gegangen (bzw 5 Minuten  zu spät gekommen und zumindest noch das orange Leuchten gesehen).

 

19. Mai 2019

Airlie Beach und die Whitsundays

Von Cape Hillsborough aus ging es dann weiter Richtung Airlie Beach, einem der Backpacker Mekkas Australiens. Das kleine Städtchen, bestehend aus einer kleinen Einkaufsmeile und Hafen ist ganz nett, was den Besuch hier aber zum muss macht sind die Whitsunday Islands. Ein Besuch in einem der (verwirrenderweise) ungefähr sechs Infocenter der Stadt hat uns dann schnell deutlich gemacht, dass es erst in ein paar Tagen wirklich Sinn macht eine Tour zu den Inseln zu machen, da uns das Wetter schon länger nicht mehr wohl gesonnen war.

Kurzum haben wir also vorerst nichts gebucht und sind erstmal zu der eigenen künstliche Lagune direkt am Meer gegangen um hier noch die paar Sonnenstunden des Tages zu genießen. Den Altersdurchschnitt haben wir um knappe 10 Jahre gesprengt und sind dann nach dem zweiten Schauer weiter zum Campground etwas außerhalb gefahren.

Pool ohne Quallen

Hatte ich mich vorher schon geärgert nicht einfach etwas länger im entspannten Hillsborough geblieben zu sein, so waren wir beide positiv überrascht. Der preiswerte Campground ist sehr ruhig gelegen und hatte allem Anschein nach brandneu Anlagen, darunter auch eine große Poolanlage an der wir uns den Rest des Tages rumgeflezt haben. Wer sich fragt wieso wir nicht einfach im Meer schwimmen gehen sollte einfach einmal googeln was alles so ab Agnes Water aufwärts im Wasser herum schwimmt.

Tags darauf wurde das Wetter dann soweit besser, dass wir die Tour schon am nächsten Tag buchen konnten und nicht noch länger warten mussten. Gezwungermaßen haben wir dann den Rest des Tages an der Lagune in Airlie Beach und dem Pool am Campground verbracht um dann tiefenentspannt zur Tour aufzubrechen.

Mit 100 Sachen aufs Meer

Nachdem wir vom „glücklichsten Busfahrer der Welt“ direkt am Campingplatz aufgegabelt und zum Hafen gebracht wurden ging es dann nach kurzer Stingersuit-Anprobe (Neoprenanzüge gegen Quallenstiche) auch schon aufs Jetboat. Die gut gelaunten Skipper, laute Popmusik, Sonne und knappen 100 km/h auf dem offenen Meer haben uns schon gut auf den Rest des wunderschönen Tages eingestellt.

Der erste Stop war auch direkt eine der größten Inselketten, die Cumberland Island um hier nach kurzem Fußmarsch durch die Tropen am Whitehaven Beach anzukommen. Der Strand mit dem strahlend weißen Sand und pipiwarmen Riffwasser ist trotz Tourimassen einer der schönsten Strände die ich bisher gesehen habe. Als die Sonne sich hier eine halbe Stunde gezeigt waren wir umgeben von weißem Sand und tief Türkisen Meerwasser und haben uns gefühlt wie in der Karibik.

Das sterbende Riff

Nach einer Stunde am Strand ging es zurück zum Boot zum Mittagessen und dann auch schon weiter zum ersten Schnorchelspot direkt am Great Barrier Reef (Fun Fact: Mit Vollbart ist keine Taucherbrille wirklich dicht). Auf der einen Seite war es extrem beeindruckend diesen farbenprächtigen Mikrokosmos keinen halben Meter unter der Wasseroberfläche zu sehen, auf der anderen Seite kann man hier auch die Auswirkungen der globalen Erwärmung sofort sehen. Über 60% des Great Barrier Reefs sind inzwischen „gebleacht“, was bedeutet dass die pigmentgebenden Organismen auf dem Riff abgestorben sind und nur eine weiße Unterwasserwüstenlandschaft zurück lassen. Zwar ist das Riff so weit südlich noch besser intakt als im Norden, jedoch kann man hier schon deutlich die weißen Stellen sehen. Spekulationen zufolge wird das Riff mit steigenden Meerestemparaturen in den nächsten zehn Jahren komplett absterben.

Fischis

Der zweite Spot war ein Glücksfall für uns, da die Tour wetterbedingt die letzten 10 tage nicht in der kleinen Bucht anlegen konnte in der es vor Fischen nur so wimmelt. Nachdem wir die bunten Tiere zu hunderten von Nahem betrachten konnten haben wir uns beide die Frage gestellt vielleicht zusätzlich zum Fleisch auch auf Fisch zu verzichten. Zufrieden und voll mit Eindrücken sind wir dann mit den letzten Sonnenstrahlen mitten im Unwetter an der Küste zurück gekommen. Hat uns nicht weiter gestört, da wir so ohne schlechtes Gewissen den Rest des Abends im Bett im Auto gammeln konnten.

17. Mai 2019

Cape Hillsborough

Den nächsten Stop - Cape Hillsborough - haben wir dann zur Abwechslung in nur einer knappen halben Stunde erreicht. Also ein Witz Gegenüber den sonstigen Strecken in Australien. Der kleine, lauschige Campground liegt direkt am Strand und befindet sich in einer Sackgasse, wodurch es auch extrem ruhig ist. Was das Cape als ein Must-Go auf jeden Trip an der Ostküste auszeichnet sind die Kängurus und Wallabies die hier bei Sonnenaufgang zum fressen an den Strand kommen.

Touristen und ein paar Kängurus

Den Rest des Tages haben wir dann im großzügigen Pool und auf der campingeigenen Minigolf Bahn verbracht und sind recht früh ins Bett um mit der Sonne wieder aufzuwachen. Ich zumindest, Nina ist ein paar Minuten später nachgekommen. Zwar war es interessant die Tierchen hier beim fressen zu beobachten, jedoch ist das Ganz inzwischen wie an vielen Orten auch zu einer kleinen Touriveranstaltung ausgeartet. Da die Tiere zunehmend von den Massen an Touristen gestört werden ist es inzwischen nötig einen Ranger abzustellen, die einen Teil des Strandes absperren muss. Ein wenig desillusioniert haben wir uns noch den bewölkten Sonnenaufgang angesehen und sind dann wieder zurück zum Frühstück auf den Campingplatz gegangen.

17. Mai 2019

MacKay und alte Bekannte

Da wir am Vortag gut Strecke gemacht haben war die Fahrt bis MacKay dann recht angenehm. Einen kleinen Zwischenstop zum Frühstück haben wir noch bei Clearwater eingelegt, einem kleinen Dorf (4 Häuser) direkt am Meer an dem man Udongs beobachten kann. Haben wir zwar nicht gesehen (leider auch keine Krokodile), aber trotzdem war der Park wunderschön gelegen und auch die Sonne hat sich blicken lassen.

 

Unterwegs noch schnell ein kleines Gastgeschenk und Nervennahrung in Form von einer Packung Snickers eingekauft und weiter ging es zu Alex und Robyn in MacKay, ein Paar bei dem Nina schon vor 6 Jahren (r)unterkommen konnte. Die kleine Gemeinde in der die beiden wohnen ist gerade eben so noch MacKay und ruhig auf einem Hügel gelegen (oder Berg wenn man von australischen Maßstäben ausgeht). Wie auch schon bei Brigitte in Neuseeland, war auch das Haus der beiden ein Beispiel dafür, dass man hier doch wesentlich mehr Platz zur Verfügung hat als bei uns daheim. Das wunderschöne Haus im Bungalowstil mit eigenem Pool hat einen bombastischen Ausblick auf das Tal und den Ausläufern der Great Dividing Range.

Breakfast with a View

Nachdem wir unglaublich nett von Alex, dem deutschen Part der Beiden aufgenommen wurden und bis spät abends erzählt haben sind wir dann auch ziemlich KO ins Bett im Gästezimmer gefallen. Am nächsten morgen war dann auch Robyn da und insbesondere Nina, konnte bei einem gemeinsamen Frühstück mit Aussicht noch die letzten Jahre revue passieren lassen. Zwar hätten wir hier lieberweise so lange bleiben können wie wir wollen, haben dann aber beschlossen weiter zu ziehen, da wir nur knappe 4 Wochen in Australien haben.

14. Mai 2019

St Lawrence

Tags darauf sind wir dann zu einer der bisher längsten Fahrten des Trips aufgebrochen. Der nächste größere Stop war in MacKay angepeilt, das aber von Agnes Water knappe 6 Stunden entfernt liegt. Zwischen den beiden Städten gibt es praktisch nichts großartig zu sehen oder zu tun, weshalb wir den Großteil des Tages im Auto verbracht haben (mit Zwischenstop am Highway-Diner für einen, man glaubt es kaum, semi-guten Kaffee). Gegen späten Nachmittag sind wir dann mitten im Nirgendwo auf einem Gemeinde Campplatz bei St Lawrence eingetrudelt, wo uns auch schon Kängurus auf dem riesigen, größtenteils verlassenen Platz begrüßt haben. Wagemutig haben wir den Schwärmen von Mücken getrotzt und sind noch auf einen Spaziergang in die Wetlands gegangen, den wir dann aber doch nach 500 Metern und tausend Stichen abbrechen mussten. Trotzdem haben wir ein paar wirklich schöne Papageien gesehen und die karge Landschaft war ein interessanter Gegensatz zu den Stränden die Tage davor.

13. Mai 2019

Seventeen Seventy

Am nächsten Morgen wurde dann erst einmal ausgiebigst gefrühstückt, nochmal Kängurus gekuschelt und entschieden, dass wir noch eine Nacht auf dem Platz bleiben wollen. Ein Tagestrip ins nahegelegene Seventeen Seventy ist natürlich ein Muss. Hier hat die Geschichte des weißen Mannes in Australien seinen Anfang gefunden, 1770 hat hier nämlich Captain Cook den ersten Fuß auf das Land gesetzt und den Anspruch der britischen Krone etabliert. Abgesehen von einem ganz netten Aussichtspunkt an den Klippen war der Ort aber nicht weiter spannend, weshalb wir auch schnell wieder zurück nach Agnes Water gefahren sind um hier nach dem Mittagessen noch ein paar Sonnenstunden am Strand mitzubekommen.

Abends haben wir uns dann nochmal zu den Kängurus gesetzt und mit dem Besitzer unterhalten, der extrem viel über Natur- und Tierschutz weiß und das auch gern mitteilt. Interessant und erschreckend zugleich ist die Tatsache, dass Australien bei weitem nicht bewusst ist wie fragil die Umwelt hier ist. Koalabären gelten beispielsweise als extrem gefährdet aufgrund der kontinuierlichen Abholzung des Lebensraumes. Nach über 30 Millionen Jahren als fester Bestandteil des australischen Ökosystems wird prognostiziert dass die Tierchen in einem Jahrzehnt komplett ausgestorben sind wenn es weitergeht wie bisher,

12. Mai 2019

Agnes Water & Kangaroo Sanctuary

Agnes Water ist ein kleines Nest am Südzipfel des Great Barrier Reefs und auch der letzte Ort zum Surfen an der Westküste, bevor Riffe und Krokodile das Ganze unmöglich machen. Der Campingplatz war, wie wir am nächsten morgen dann gesehen haben, wirklich schön im Wald gelegen und auch sehr preiswert (gab auch nur ein Plumpsklo und kalte Duschen).

Pi mal Daumen

Auf Tip des Rangers der das Geld eingesammelt hat sind wir dann auch direkt nach dem Frühstück auf Erkundungstour gegangen und wollten einen Strand weiter zum Chinamans Beach. Unterwegs haben wir dann schnell gemerkt dass wir noch sehr von Neuseeland verwöhnt waren, wo wirklich alle Wege ausgeschildert sind. Statt den 20 Minuten zum Strand haben wir dann insgesamt 2 Stunden damit verbracht über Stock und Stein zu klettern und letztendlich den gleichen Weg wieder zurück zu laufen den wir gekommen sind. Den Strand haben wir aber trotzdem irgendwie erreicht, sind dann aber doch an dem Walkmans Beach direkt am Campingplatz geblieben um hier noch etwas schwimmen zu gehen.

 

Kuscheltiere

Per Zufall hatten wir gesehen dass es etwas außerhalb vom Ort auch eine Kangaroo Sanctuary gibt, also eine Art Zuflucht für verletzte Kängurus wo man auch campen kann. Hatten wir hier ein kleines Feld erwartet, wurden wir positiv überrascht. Der Campingplatz ist winzig klein und gemütlich direkt neben das Haus vom Besitzer gebaut und man hat von dem Hügel einen Blick aug ganz Agnes Water und das Meer. Kaum steigt man aus dem Van wird man auch schon von ca 20 Kängurus begrüßt die hier überall herumhüpfen. Der Besitzer ist ein älterer Herr der es irgendwann leid war Trucks zu verkaufen und seinen Lebensabend damit verbringt Kängurus zu retten und sich allgemein für Tier- und Naturschutz in Australien einsetzt. Die Sanctuary an sich ist über die letzten 15 Jahren in Handarbeit entstanden und das Areal ist nicht umzäunt, was bedeutet dass die Tierchen jederzeit weiterziehen können. Mit der riesigen Grasfläche, einem kleinen, natürlichen Wald und dem Ziehpapa der hier eine Ruheoase geschaffen hat wollen die Tiere aber anscheinend garnicht weg. Ein Nebeneffekt der Aufzucht durch Menschen ist die extreme Zutraulichkeit, die Kängurus springen einem wortwörtlich entgegen und stupsen so lange bis sie gestreichelt werden. Nina im Paradies. Alles an Spenden und Geld fließt in den Ausbau der Sanctuary und die Aufzucht der verletzten Tiere, die meist aus den Beuteln der angefahrenen Müttern am Straßenrand Australiens gerettet wurden.

Raubtierfütterung

Gegen späten Nachmittag wird dann eine Fütterung veranstaltet, bei der der Besitzer (Gary) über die Tiere erzählt und die teils erschreckende Animosität der Australier gegenüber dem inoffiziellen Wahrzeichen des Landes. Ein Känguru aufzuziehen kostet im Schnitt 2000 Australische Dollar, die täglichen (artgerechten) Fütterungen in der Gruppe stellen sicher dass die Geldmittel dafür bestehen bleiben. Mein persönliches Highlight war der frei fliegende Papagei, der sich auch prompt auf meiner Schulter ausgeruht hat. Nachdem wir abends noch den Sonnenuntergang über dem Tal geschaut hatten sind wir dann auch zufrieden ins Bett gefallen.

11. Mai 2019

Chaostag

Da wir schon länger keine größeren Probleme hatten war ein Chaostag wohl überfällig. Mit leichten Kopfschmerzen und den ersten Auswirkungen des Zyklons im hohen Norden sind wir weiter Richtung Eliott Heads gefahren, einem kleinen Strand bei Bundaberg. Der Geheimtip der netten Campnachbarin entpuppte sich dann als eine riesige Baustelle und einem nach Parkplatz anmutenden Campground. Kurzum haben wir beschlossen unser Glück woanders zu suchen, erstmal mittag im Park am Meer zu machen und zu googlen wo wir so hinfahren können.

Das Ganze gestaltete sich dann etwas schwierig, da mein Handy plötzlich in einer Art Bluescreen gefangen war. Ohne funktionierende Simkarte oder WLAN konnten wir dann nichts anderes machen, als noch bis zum nächsten größeren Ort zu fahren und den nächsten HiFi Shop zu suchen. Die Jungs haben dann professionellerweise auch den Fehler gegoogelt um mir dann mitzuteilen dass das Handy quasi ein Totalschaden ist.

„Glücklicherweise“ gab es im HiFi Shop nebenan ein recht gutes Angebot für die neue Version des Smartphones und ich hab kurzum mein Arbeitskonto dafür geschröpft.

Da der Tag jetzt sowieso in den Sand gesetzt war und die Sonne am untergehen haben wir beschlossen die Zeit zu nutzen und einfach bis zu unserem nächsten geplanten Stop - Agnes Water - durchzufahren, wo wir dann auch im stockdunkeln am Campground direkt am Strand angekommen sind.

10. Mai 2019

Fraser Island

Um 7:30 wurden wir tags darauf am Parkplatz zur Tour nach Fraser Island aufgegabelt. Der Bus an sich sah schon viel versprechend aus, quasi wie ein überdimensionierter 4W Jeep und hörte sich auch so an. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ist aufgrund der Beschaffenheit (keine geteerten Straßen und viel Dschungel) nur mit einem 4-Rad-Antrieb zu empfehlen. Ursprünglich hatten wir vor uns selbst einen Wagen zu mieten und über die Insel zu fahren, aber haben auf die Dame am Infocenter gehört die meinte dass das keinen Spaß macht wenn wir vorher noch nie auf Sand gefahren sind.

Allradantrieb heißt nicht unbedingt strandtauglich

Als wir dann den ersten Kia ("Mit dem Wagen auf Sand hat er sich das auch redlich verdient." - O-Ton unser Guide) im Sand an der Fährstation haben stecken sehen waren wir auch recht froh hier ausnahmsweise einmal auf gesunden Menschenverstand gehört zu haben. Nach knappen 10 Minuten überfahrt ging es dann am Strand entlang los auf die erste Etappe. Mit dem Monsterbus sind wir auch so ziemlich an allen anderen Jeeps vorbeigezogen, was unserem Fahrer/Guide sichtlich Spaß gemacht hat. Trotzdem verschluckt das Ding wahrscheinlich soviel wie vier Hummer auf einmal.

Sand-"Straßen"

Nachdem wir den ersten Teil am Strand entlang gefahren sind ging es dann durch den Urwald zum Lake Birrabeen. Spätestens hier war ich extrem glücklich nicht meine ersten 4-Rad Erfahrungen auf der Insel zusammen. Der enge Weg ging über Stock und Stein und bestand - logischerweise - nur aus Sand, was voraussetzt dass man jederzeit weiß was man tut. Der Dschungel an sich war auch beeindruckend und auch einzigartig durch die Beschaffenheit der Insel. Wurde hier noch bis mitte des 19 Jahrhunderts Holzgewinnung im großen Stil betrieben, merkt man dass sich die Fauna und Flora sichtlich wieder erholt.

Der See ist einer der vielen Süßwasserseen der Insel. Regenwasser fällt auf den Sand, wird extrem lange gefiltert und sammelt sich dann in den Tälern zu großen, glasklaren Gewässern an. Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, waren aber trotzdem beeindruckt vom weißen Sand (wen es interessiert: Je weißer der Sand, desto mehr Mineralien hat über die Jahre abgegeben) und dem klaren Wasser.

Regenwald

Nach einer Stunde am See ging es dann weiter bis Central Station, einem ehemaligen Holzfäller Camp, das bis vor kurzem als Sitz der ansässigen Parkranger fungiert hatte. Hier gab es dann zum einen ein wirklich gutes Mittagessen und zum anderen den wohl heftigsten Regenguss den wir bisher in Australien hatten. Angenehm war dass es - nicht wie in Neuseeland - trotzdem schön warm geblieben ist. Bei der Weiterfahrt waren wir dann wohl nicht die einzigen die bereut haben sich die Bäuche so voll geschlagen zu haben. Die Straße bestand auf die nächsten Kilometer eigentlich nur aus Schlaglöchern und behelfsmäßig drüber gelegten Holzpanellen.

Ein Schiff mit Geschichte

Weiter ging es bis hoch in den Norden der Insel, wo wir die SS Maheno begutachten konnten, einem neuseeländischen Schiff das über Umwege in einem Zyklon die finale Ruhestätte am Strand von Fraser Island gefunden hat. Nachdem das Schiff über ein paar Jahre als Zielübung für die australische Marine gedient hatte holt sich jetzt Stück für Stück das Meer den Rest zurück.

Dingos und dumme Kinder

Vor dem Trip hatten wir Sorge die ansässigen Dingos vielleicht nicht zu sehen. Völlig unbegründet, die wilden Hunde haben am Strand herum getollt, unter Jeeps geschlafen und Kinder gejagt die dumm genug waren zu nah ran zu gehen ( überall gibt es Schilder auf der Insel dass man seine Kinder niemals aus den Augen lassen sollte). Das ganze ging dann noch einmal gut als unser Guide den Bus einfach zwischen Dingo und Hund geparkt hat.

Der letzte und auch schönste Teil des Trips war dann Eli Creek, einem kleinen, glasklaren Süßwasserbach der sich bis an den Strand schlängelt. Leider hatten wir hier zu wenig Zeit, waren aber trotzdem froh das Schauspiel noch gesehen zu haben bevor es wieder zurück aufs Festland ging. Mit all den Eindrücken im Kopf und wahrscheinlich auch ein wenig zu viel Hitze sind wir dann abends halb tot ins Bett gefallen.

9. Mai 2019

Noosa SUP und Rainbow Beach

Ein absolutes muss in Noosa scheint es zu sein einmal über den Fluss mit dem Stand Up Paddle zu schippern. Fotos gibt es hiervon nicht da der Inhaber uns dringend davon abgeraten hat Dinge mitzunehmen die nicht unbedingt nass werden sollten. Versteht sich von selbst dass wir wie die jungen Götter im stehen über den Fluss gepaddelt sind, Fotos sind also auch garnicht nötig. Ich bin auch nur zwei mal ins Wasser gefallen.

Nach der morgendlichen Erfrischung sind wir dann auch schon weiter zum nächsten Stop gefahren, dem Rainbow Beach um von dort am nächsten Tag die Tour zum Fraser Island zu machen. Der Strand war im Vergleich zu Noosa nicht so schön, dafür konnten wir am Campingplatz quasi direkt Wasser parken und eine Horde Kakadus füttern. Ich war mir nicht bewusst dass ich vor Freude noch wie ein 5-jähriger quieken kann, die nächste Stunde war ich damit beschäftigt die Vögel zu füttern und meine Hand zerhacken zu lassen.

8. Mai 2019

Noosa

Am nächsten morgen ging es dann nach ausgiebigem Frühstück direkt am Wasser zu Fuss in Richtung Noosa Heads, wo der Hauptstrand und National Park anfangen. Noosa ist einer der letzten Stops zum surfen bevor das Great Barrier Reef die größeren Wellen vom Strand weghält (und allerlei fiese Tierchen wie Krokodile und Quallen das schwimmen nicht mehr ganz so entspannt machen). Entsprechend ist das kleine Städtchen eine Hipster Hochburg im besten Sinne, nette Cafés reihen sich direkt an kleine Surfschulen und der erste Strand ist keine Minute zu Fuss entfernt.

Gemütlich anderen beim Sport zugucken

Da das Wetter bombastisch war haben wir kurzum beschlossen den Wanderpfad entlang der Halbinsel durch den National Park zu gehen. Der Pfad ist eher ein malerischer Spaziergang entland der Küste, gut ausgebaut und mit großer Rücksicht auf die Natur gebaut. Hier konnten wir an einem malerischen Strand nach dem anderen Zwischenstops machen und die Surfer beobachten.

Koala Butts

Nach einem kleinen Abstecher and die andere Seite der Halbinsel und kurzem Verlaufen sind wir dann wieder zurück Richtung Hauptstrand gelaufen. Unterwegs konnten wir dann unseren (bzw meinen) ersten Koala sehen. Oder zumindest den Allerwertesten der beim schlafen aus der Baumgabel hing. Hab ich trotzdem gezählt.

Kurz nochmal im Schatten ausgeruht da der Kreislauf bei der plötzlichen Wärme doch noch etwas verrückt spielt und es ging abends wieder zurück zum Campingplatz wo wir mehr oder weniger ins Bett gefallen sind.

7. Mai 2019

Hallo Australien

Nach knappen 15 Stunden Schlaf ging es dann am nächsten morgen erstmal stilecht nach Aldi. Beruhigenderweise war dort morgens noch nicht so viel los und ich konnte ruhigen Gewissens auf zwei Parkplätzen parken während wir erst einmal alles nötige eingekauft haben. Mit Müsliriegel im Bauch sind wir dann schnellstmöglich aus der Metropole raus und weiter Richtung Sunshine Coast gefahren. Stück für Stück hab ich mich dann auch an das Schlachtschiff von Wagen gewöhnt und konnte den Tempomat und die Automatikschaltung am Ende des Tages sogar genießen.

Riesen Echsen und Subtropen

Den ersten kleinen Stop haben wir dann in Montville eingelegt, ein kleines, eher unscheinbares Städtchen landeinwärts. Waren wir kurz verwirrt warum dass hier ein Geheimtip sein soll wurden wir dann mit einem brutalen Ausblick bis ans Meer belohnt, den man aber erst sieht wenn man durch das Café auf die Terasse läuft. Der Flatwhite vor Ort hat die Batterien etwas aufgeladen und wir sind direkt weiter zum 5 Minuten entfernten Kondalilla National Park gefahren. Hier hatten wir dann auch das erste mal das Gefühl wirklich in Australien zu sein. Der entspannte Weg durch den Dschungel an einen kleinen Pool mit Wasserfall war auf unbestimmte Weise anders als alles was wir bisher in Neuseeland gesehen hatten. Lag eventuell auch daran dass uns nach den ersten Metern schon ein riesiger Waran for die Füße gewatschelt ist (angeblich aber entspannte Tiere). Nach kurzem Sprung ins Wasser und dem ersten Essen am Tisch (!) im Van sind wir dann auf die letzten Meter nach Noosa aufgebrochen.

Atemberaubend

Nach einem versehentlichen Abstecher ins extrem volle Zentrum des kleinen Surferstädtchens sind wir dann endlich am Campingplatz direkt am Noosa River eingetrudelt. Binnen 5 Minuten haben wir hier mehr Papageien gesehen als in 3 Monaten Neuseeland. Die bunten und extrem Schwärme zusammen mit den rieseigen Pelikanen und dem Sonnenuntergang am Strand waren milde gesagt atemberaubend. Mit diesem kleinen Vorgeschmack auf Australien außerhalb der Städte und der spontanen Entscheidung hier noch ein paar Tage zu bleiben und den Noosa Head National Park zu erkunden sind wir dann abends in unserem kleinen Haus auf Rädern ins Bett gefallen.

 

6. Mai 2019

Kein Schaf, aber Stress

Airport Knast-Hotel

Das Hotel Flugahfen in Auckland an sich war abgesehen von Zahnpastaflecken vom Vorgänger sogar recht sauber, was uns aber den Rest gegeben hat war das Fenster das sich nicht öffnen lies. In Kombination mit einem für mich zu weichen Bett und Unruhe vor dem nächsten Schritt der Reise hab ich dann die Nacht garnicht geschlafen. Auch nicht weiter dramatisch weil wir sowieso um 4 wieder aufstehen und zum Flughafen mussten (dafür war der Flug aber 200 € billiger als alle anderen). Am Check-In ist mein Rucksack mit 23,5 Kilo dann auch nur dank Augenzudrücken der Dame am Schalter mit gekommen, wieso das plötzlich 8 Kilo mehr waren weiß ich auch nicht genau. Trotz Ausfall der Check In Automaten sind wir dann doch noch pünktlich am Gate angekommen und den 4 Stunden Flug nach Brisbane angetreten.

Nie wieder Billigseiten

Latent neben der Spur in Brisbane angekommen haben wir dann nach erstem Temperaturschock erstmal das Taxi zur Autovermietung genommen um unseren Van für die nächsten vier Wochen abzuholen. Dort angekommen gab es dann - wie soll es auch anders sein - Probleme mit der Kaution. Der Drittanbieter hatte die Kaution falsch angegeben wodurch die Versicherung die wir dazu gebucht hatten nicht mehr gültig ist. Schön auch dass in Australien ein nationaler Feiertag war. Nach einer Stunde herum telefonieren hat sich das ganze dann aber doch geklärt und wir konnten unseren Van in Besitz nehmen. Dass wir hier ein Schiff auf Rädern gebucht haben ist uns erst aufgefallen als wir vor dem 7 Meter langen Brecher standen. Quasi ein Haus auf Rädern mit Dusche und Klo das auch vor uns kaum genutzt wurde, also alles brandneu.

Dumplings und schöne Menschen

Nachdem wir vergebens versucht hatten am einzigen offenen Supermarkt einen Parkplatz zu finden (wie auch halb Brisbane) sind wir dann erstmal zum Campground im Stadtzentrum gefahren. Nicht nötig zu sagen dass ich mit dem Monstrum von Wagen und zu wenig Schlaf schweiß gebadet aus der Fahrerkabine gefallen bin als wir da waren. Trotzdem sind wir noch mit dem Bus in die City gefahren um zumindest noch ein wenig von einer der größten Städte Australiens mitzubekommen. Etwas wirr sind wir Zentrum gelaufen und haben uns dann (viel zu spät) semigute Fastfood Dumplings in der Mall gegönnt. Frisch gestärkt ging es dann aber über die Victoria Bridge zum beeindruckenden Stadtstrand von Brisbane. Der künstliche Strand mit eigenem Pool ist parallel zum Fluss angelegt und frei zugänglich. Natürlich gabs hier ein Schaulaufen das den englischen Garten in München locker in den Schatten stellt. Den Rest des Nachmittags haben wir also mit Menschen-Beobachten verbracht um dann abends nach kurzem Abstecher ins Restaurant um die Ecke um Neun Uhr ins Land der Träume zu fallen.

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