Nachdem wir nach der ersten Woche aufgrund des Trubels vor Ort ziemlich die Nase voll hatten waren wir beide überrascht dass wir doch noch einmal nach Canggu möchten. Zum einen war der Gedanke sich vor Ort schon gut auszukennen gut, zum Anderen hatten wir auch ein wenig Sehnsucht nach dem guten Essen (besonders dem Frühstück). Die Fahrt von Lembongan bis zu unserem Hotel in Canggu war wie erwartet extrem anstrengend und abends sind wir nur noch in unser übergroßes Kingsize Bett gefallen und recht schnell ins Land der Träume geglitten.

Weniger Stress, zentrale Lage

Der Großteil des Stresses beim ersten Besuch in Canggu war die Tatsache dass wir über die Hauptverkehrsader jeden Tag in die Stadt hinein fahren mussten. Das haben wir von vornherein dieses Mal abgekürzt indem wir einfach ein Hotel direkt im Zentrum und in Strandnähe gebucht haben. Zu Fuß zu laufen gestaltet sich zwar nach wie vor Lebensgefährlich aber mit dem Roller kommt man hier recht gemütlich von A nach B. Die nächsten Tage haben wir entsprechend größtenteils damit verbracht uns durch die Restaurants zu schlemmen und möglichst wenig Sightseeing zu betreiben.

Green School - Nachhaltig unterrichten

Ein persönliches Anliegen war ein Besuch bei der Green School. Dieses relativ neuartige Schulkonzept wurde uns von Chrissi und Miri ans Herz gelegt und klang extrem spannend. Nachdem wir unseren Termin gebucht hatten sind wir also die knappen 40 Minuten durch die Reisfelder ins Landesinnere gefahren um die Green School mitten im Dschungel zu besuchen. Die knapp 2-stündige Führung war wie so vieles noch einmal ein Augenöffner. Das Prinzip der Schule dreht sich im Grundsatz um alles was mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung steht. Die Gründung der Schule kam zustande nachdem das Gründungspaar die Dokumentation "An inconvenient Truth" sah und sich kurzum dazu entschlossen hat statt Rente eine Schule ins Leben zu rufen. Auf dem Gelände gibt es kein Einwegplastik, alle Gebäude sind fast zu 100% aus Bambus und recycleten Materialien gebaut und die Energie wird seit diesem Jahr komplett aus einer eigenen Wasserturbine und Solarkraftanlagen gewonnen. Auch der Unterricht gestaltet sich anders als man es vielleicht in Deutschland gewohnt ist. Die Fächer richten sich immer nach einem zentralen Thema, es gibt keine Wände in den Klassenräumen und pber 60% des Unterrichts wird im Freien abgehalten. Anstatt Noten gibt es eine Art Zieldefinition in der sowohl Schüler als auch Lehrer am Ende des Jahres eine schriftliche Bewertung anfügen. Wer jetzt denkt was für eine Hippie-Kommune wird überrascht sein, dass viele der Absolventen nicht nur eigene Firmen gründen sondern auch auf Ivy League Schulen wie Harvard teils mit Handkuss aufgenommen werden. In einer multikulturellen Umgebung mit Schülern aus über 63 Ländern wachsen die Kinder hier mit einem tiefgreifenden Verständnis von Nachhaltigkeit und Achtsamkeit aus. Nicht zuletzt werden auch Projektideen durchweg gefördert, was zum Beispiel in einem Green Bus, einer eigenen Biodiesel-Station und eigener Seife geendet hat. Inspiriert und beeindruckend sind wir von dieser kleinen grünen Oase inmitten Balis dann zurück zu unserer Unterkunft gefahren und mussten die Eindrücke erst einmal sacken lassen.