Von Cape Hillsborough aus ging es dann weiter Richtung Airlie Beach, einem der Backpacker Mekkas Australiens. Das kleine Städtchen, bestehend aus einer kleinen Einkaufsmeile und Hafen ist ganz nett, was den Besuch hier aber zum muss macht sind die Whitsunday Islands. Ein Besuch in einem der (verwirrenderweise) ungefähr sechs Infocenter der Stadt hat uns dann schnell deutlich gemacht, dass es erst in ein paar Tagen wirklich Sinn macht eine Tour zu den Inseln zu machen, da uns das Wetter schon länger nicht mehr wohl gesonnen war.

Kurzum haben wir also vorerst nichts gebucht und sind erstmal zu der eigenen künstliche Lagune direkt am Meer gegangen um hier noch die paar Sonnenstunden des Tages zu genießen. Den Altersdurchschnitt haben wir um knappe 10 Jahre gesprengt und sind dann nach dem zweiten Schauer weiter zum Campground etwas außerhalb gefahren.

Pool ohne Quallen

Hatte ich mich vorher schon geärgert nicht einfach etwas länger im entspannten Hillsborough geblieben zu sein, so waren wir beide positiv überrascht. Der preiswerte Campground ist sehr ruhig gelegen und hatte allem Anschein nach brandneu Anlagen, darunter auch eine große Poolanlage an der wir uns den Rest des Tages rumgeflezt haben. Wer sich fragt wieso wir nicht einfach im Meer schwimmen gehen sollte einfach einmal googeln was alles so ab Agnes Water aufwärts im Wasser herum schwimmt.

Tags darauf wurde das Wetter dann soweit besser, dass wir die Tour schon am nächsten Tag buchen konnten und nicht noch länger warten mussten. Gezwungermaßen haben wir dann den Rest des Tages an der Lagune in Airlie Beach und dem Pool am Campground verbracht um dann tiefenentspannt zur Tour aufzubrechen.

Mit 100 Sachen aufs Meer

Nachdem wir vom „glücklichsten Busfahrer der Welt“ direkt am Campingplatz aufgegabelt und zum Hafen gebracht wurden ging es dann nach kurzer Stingersuit-Anprobe (Neoprenanzüge gegen Quallenstiche) auch schon aufs Jetboat. Die gut gelaunten Skipper, laute Popmusik, Sonne und knappen 100 km/h auf dem offenen Meer haben uns schon gut auf den Rest des wunderschönen Tages eingestellt.

Der erste Stop war auch direkt eine der größten Inselketten, die Cumberland Island um hier nach kurzem Fußmarsch durch die Tropen am Whitehaven Beach anzukommen. Der Strand mit dem strahlend weißen Sand und pipiwarmen Riffwasser ist trotz Tourimassen einer der schönsten Strände die ich bisher gesehen habe. Als die Sonne sich hier eine halbe Stunde gezeigt waren wir umgeben von weißem Sand und tief Türkisen Meerwasser und haben uns gefühlt wie in der Karibik.

Das sterbende Riff

Nach einer Stunde am Strand ging es zurück zum Boot zum Mittagessen und dann auch schon weiter zum ersten Schnorchelspot direkt am Great Barrier Reef (Fun Fact: Mit Vollbart ist keine Taucherbrille wirklich dicht). Auf der einen Seite war es extrem beeindruckend diesen farbenprächtigen Mikrokosmos keinen halben Meter unter der Wasseroberfläche zu sehen, auf der anderen Seite kann man hier auch die Auswirkungen der globalen Erwärmung sofort sehen. Über 60% des Great Barrier Reefs sind inzwischen „gebleacht“, was bedeutet dass die pigmentgebenden Organismen auf dem Riff abgestorben sind und nur eine weiße Unterwasserwüstenlandschaft zurück lassen. Zwar ist das Riff so weit südlich noch besser intakt als im Norden, jedoch kann man hier schon deutlich die weißen Stellen sehen. Spekulationen zufolge wird das Riff mit steigenden Meerestemparaturen in den nächsten zehn Jahren komplett absterben.

Fischis

Der zweite Spot war ein Glücksfall für uns, da die Tour wetterbedingt die letzten 10 tage nicht in der kleinen Bucht anlegen konnte in der es vor Fischen nur so wimmelt. Nachdem wir die bunten Tiere zu hunderten von Nahem betrachten konnten haben wir uns beide die Frage gestellt vielleicht zusätzlich zum Fleisch auch auf Fisch zu verzichten. Zufrieden und voll mit Eindrücken sind wir dann mit den letzten Sonnenstrahlen mitten im Unwetter an der Küste zurück gekommen. Hat uns nicht weiter gestört, da wir so ohne schlechtes Gewissen den Rest des Abends im Bett im Auto gammeln konnten.